Konzept

Die 10. Klasse im G8-System (= 11. Klasse nach G9) wird offiziell als Einführungsphase bezeichnet. E-International bietet den Schülern eine reizvolle Alternative zur konventionellen Einführungsphase: Zusätzlich zum Unterricht können die Schüler während des ersten Schulhalbjahres außergewöhnliche Auslandserfahrungen sammeln.

In der E-International findet im ersten Schulhalbjahr schulisches Arbeiten in Verbindung mit Erfahrungslernen in vielfältigen Projekten im Ausland statt. Zum zweiten Halbjahr steigen die Absolventen wieder vollständig in die konventionelle Einführungsphase ein.


Auslandaufenthalte bieten außergewöhnliche Möglichkeiten für erlebnisorientiertes und praxisbezogenes Lernen. Hier liegt der Fokus zum einen – ortsbezogen – auf der Vermittlung schulischer Kompetenzen, zum anderen ganz besonders auf der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. Die Herausforderungen sind praktischer, erlebnispädagogischer und sportlicher Natur und haben dabei stets eine soziale Dimension. Das Zusammenleben in der Gruppe in immer wieder neuen Umgebungen und ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Mitbestimmung erfordern Disziplin, Kreativität und Flexibilität jedes Einzelnen.


Das pädagogische Ziel ist es, den Lernort Schule für einige Zeit hinter sich zu lassen, um die Welt als Lernort wahrzunehmen. Die Vielfältigkeit der außerschulischen Aktivitäten und Erfahrungen soll die Jugendlichen bei der Entwicklung neuer Interessen und Fähigkeiten unterstützen, ohne dass akademisches Lernen in den Hintergrund tritt.


Elementarer Bestandteil des Konzepts ist die Nutzung digitaler Medien. Online-Lernprogramme werden insbesondere in den Fächern Mathematik und Englisch genutzt und unterstützen individualisiertes und ortsunabhängiges Lernen. Über eine Online- Lernplattform stehen die Fachlehrer in Kontakt zu den Schülern im Ausland, organisieren ihren Unterricht und führen Lernzielkontrollen durch. Ziel ist ein innovatives Lernumfeld, welches vorhandene technische Hilfsmittel nutzt und die Medienkompetenz der Teilnehmer nachhaltig verbessert.

Elemente schulischen Lernens

Neben der Erschließung intellektueller und kreativer Potentiale durch Erfahrung spielt schulisch-orientiertes Arbeiten eine gleichberechtigte Rolle in E-International. Lerninhalte werden teilweise vor Ort in Form von Präsentationen und Vorträgen von den Schülern bereitgestellt bzw. über digitale Lernplattformen erarbeitet. Der Umgang mit Computerprogrammen ist hier ebenso erforderlich wie der sinnvolle Einsatz neuer Medien und Technologien. Nicht zuletzt durch Interaktion mit Menschen vor Ort lernen die Schüler, Informationen eigenständig zu recherchieren und darzustellen.

 

Folgende Elemente bestimmen die Gestaltung des Unterrichts und die schulischen Lernziele im Ausland:

 

  • Thematisch an den jeweiligen Aufenthaltsort gebundene Lerneinheiten in allen Fächern der Einführungsphase (Ausnahmen: Chemie, Musik). Insbesondere in Fächern wie Politik & Wirtschaft, Religion, Englisch, Wirtschaftswissenschaften, Sport und Biologie lassen sich Kultur und Gesellschaft unserer Zielländer, aber auch die Inhalte der Praktika, optimal mit schulischen Inhalten der Einführungsphase verbinden und bieten den Schülern ein spannendes, praxisorientiertes Lernumfeld.
  • Das Erlernen und Üben von Präsentationstechniken durch themenbezogene Vorträge an unterschiedlichen Aufenthalts- und Lernorten.

  • Der Aufbau des Unterrichts erfordert an vielen Stellen selbstmotiviertes und eigenständiges Arbeiten, ermöglicht aber auch Flexibilität und Individualisierung. Eine extrem wichtige Rolle spielen Partner- und Gruppenarbeit, da häufig Lerninhalte gemeinsam erarbeitet und Problemstellungen gemeinsam gelöst werden.
  • Der morgendliche Unterricht findet meist in – teilweise improvisierten – Klassenräumen statt. Ein möglichst hoher Anteil an interaktiven und praktischen Unterrichtseinheiten außerhalb des Klassenraums wird jedoch angestrebt. Nachmittags werden verschiedene Projekte und Aktivitäten organisiert. Diese überschneiden/vermischen sich häufig mit dem Unterricht, bzw. ergänzen diesen.
  • Ein Tablet- Computer mit Simkarte ermöglicht mobiles Arbeiten, auch unterwegs.

 

Dokumentation und Leistungsbewertung

 

  • Die Schüler erhalten nach dem ersten Halbjahr ein reguläres Halbjahreszeugnis. Zusätzlich werden Zertifikate und Praktikumszeugnisse für die absolvierten praktischen Module ausgestellt.
  • Es finden im Ausland schriftliche Leistungsnachweise statt. Mündliche Noten ergeben sich aus Projektmitarbeit, dokumentierten Arbeitsaufträgen und Präsentationen.

Bewerbung

Wir erwarten von den Bewerberinnen und Bewerbern ein Notenbild, das gute bis befriedigende Leistungen aufweist. Bei einer „4“ in einem Hauptfach müsste die Aufnahme zusätzlich geprüft werden. Da Noten nur bedingt Aufschluss über die tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten und Potentiale geben, steht der formellen Bewertung der persönliche Eindruck gleichberechtigt gegenüber.

Die Schüleraufnahme in Bieberstein folgt einem bewährten Schema: Eltern und Kind senden im Vorfeld die Zeugnisse – i.d.R. ab Klasse 9 – zu und melden sich zu einem persönlichen Gespräch in Bieberstein an. Bei schulrechtlich schwierigen Fragen wird die stellvertretende Schulleiterin im Vorfeld oder zum Gesprächstermin hinzugezogen. Das Gespräch wird grundsätzlich vom Schul- und Internatsleiter geführt und dauert mindestens eine Stunde. Im zweiten Gesprächsteil wird eine Schülerin / ein Schüler aus dem schulinternen Schulführungsteam hinzugezogen, die anschließend eine Führung durch die Schul- und Internatsräume übernimmt. Der Gesprächsverlauf wird protokolliert. Auch die Führungsschüler geben eine schriftliche Stellungnahme ab.

Für die die Teilnahme an den Praktika gilt auf Erwachsenenseite das 4-Augen-Prinzip. Die Bewerberinnen und Bewerber werden stets gemeinsam vom Schul- und Internatsleiter und einem Mitglied des Planungsteams, namentlich Frau Luxenburger oder Herrn Miebach, interviewt. Beide können auf eine siebenjährige Erfahrung in der Auswahl der Schülerinnen und Schüler des Internationalen Bildungsjahres zurückblicken. Während der Praktika werden die Schüler die ganze Zeit durch eine Person, nämlich Herrn Miebach, begleitet.